„Anfangen ist oft das Schwerste, treu bleiben das Beste“

Kolpingsfamilie Markt Bibart feiert 60 jähriges Jubiläum
Am 9. Dezember 1956 wurde in Markt Bibart die Kolpingsfamilie gegründet – eine Gemeinschaft, die in ihrem 60 jährigen Bestehen vieles für die katholische Pfarrgemeinde und ganz Markt Bibart geleistet hat und noch immer leistet. Neben der langjährigen Jugendarbeit und der Erwachsenenbildung zählen dazu z.B. auch der Wiederaufbau und die Renovierung der Margarethenkapelle, vielerlei Theaterabende und natürlich die Gestaltung zahlreicher Gottesdienste. Unter der Leitung eines Vorstandsteams bestehend aus 6 Personen, hat die Kolpingsfamilie zurzeit ca. 140 Mitglieder.
Das Jubiläum wurde am zweiten Adventssonntag mit einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Marien gefeiert, den Präses Pfr. Joseph Michael zusammen mit Ehrenpräses, Monsignore Hermann Hink zelebrierte. Zu Beginn des Gottesdienstes stellte die Vorsitzende, Frau Irene Veik, die Frage „inwiefern es der Kolpingsfamilie eigentlich zum Feiern zumute sei“. In Anbetracht „blühender Landschaften“ der Gründerjahre sowie „Hoch-Zeiten“ der 80er und 90er Jahre mit Bergsteigen und unvergesslichen Zeltlagern wurde es in den letzten Jahren immer schwieriger Mitglieder und Besucher zu Gottesdiensten, Veranstaltungen und Ausflügen zu begeistern. Es mache den Eindruck als wäre Müdigkeit, Trägheit und ein Kampf mit dem Zeitgeist erkennbar, der einem einrede: Christsein und Verbundenheit seien „out“. Die Vorsitzende appellierte an die Gemeinde das Jubiläum zum Anlass zu nehmen, um ernsthaft nach den verschütteten Quellen des Engagements und Interesses zu graben. Mit Gottes Hilfe, so die Vorsitzende, „schaffen wir das“, dass es nicht nur heißt „Früher war es bei Kolping so schön“.
Pfr. Joseph Michael legte in seiner Festpredigt das Tagesevangelium von Johannes dem Täufer aus. „Bereitet dem Herrn den Weg, ebnet ihm die Straße“, eine Aufforderung, der Adolph Kolping in der Mitte des 19. Jahrhunderts in der ihm eigenen Art und Weise folgte. Kolping stellte dabei immer wieder die Menschen und ihre „Sorgen und Nöte“ in den Mittelpunkt seines Denken und Tuns und stand ihnen adäquat zur Seite wo immer es ihm möglich war zu helfen. Er folgte nicht mehr und nicht weniger dem Vorbild Jesu Christi, der ebenfalls nicht selten die Machtstrukturen, ungerechte Vorschriften und Gesetze seiner Zeit kritisierte, um auf das Wesentliche aufmerksam zu machen und zu verdeutlichen, dass immer der Mensch im Mittelpunkt stehen muss, nicht „das Gesetz“.
Der Pfarrer ermutigte die Gemeinde den Glauben mit Gottvertrauen und in eigener Verantwortung als Christen zu leben und weiterzugeben. So solle der Geist Kolpings in der Gemeinschaft auch weiterhin lebendig bleiben und Freude und Begeisterung wachsen. Adolf Kolping habe darauf gesetzt, dass die Treue zum Auftrag den er in sich entdeckt hat, ihre Frucht bringen wird, genauso wie jeder Einzelne ermutigt wird als Glaubender seinen Weg zu gehen und die Zuversicht nicht aufzugeben, in dem Wissen, dass der Herr die Fäden in der Hand hält.
„Anfangen ist oft das Schwerste, treu bleiben das Beste“ – so ein Zitat Kolpings. Pfarrer Joseph bedankte sich bei allen Mitgliedern und wünschte zum Jubiläum viel Mut, treu in der Gemeinschaft zu bleiben, viel Freude in der Arbeit zu finden und sich voller Begeisterung und Tatkraft in der Gemeinde als „Mutmacher“ zu engagieren. Dabei müsse man längst nicht perfekt sein. Mit Adolph Kolping als Vorbild und den Kolpingbrüdern- und Schwestern als Wegbegleitern, seien alle Kolpingsmitglieder aufgerufen in der Gemeinschaft der Kolpingfamilien weltweit gemeinsam Schritte in diese Zukunft gehen.
Zum Ende des Gottesdienstes wurden langjährige Mitglieder geehrt, darunter drei Gründungsmitglieder für Ihre 60 Jährige Treue: Hr. Karl Bauer, Hr. Gerhard Völker und Hr. Anton Rückel. Im Anschluss war die ganze Gemeinde zur leiblichen Stärkung und zur Begegnung zu einem gemeinsamen „Weißwurstessen“ in geselliger Atmosphäre in den Pfarrsaal eingeladen.