Zum Inhalt springen

Auf Entdeckungstour… in unserem Seelsorgebereich - St. Johannes, Schlüsselfeld

Entdeckungstour -Schlüsselfeld
Datum:
Veröffentlicht: 24.7.23
Von:
Brigitte Wendinger
Auf Entdeckungstour… in unserem Seelsorgebereich - St. Johannes, Schlüsselfeld Mit dem Blick auf die Christophorus-Plakette in Ihrem Auto haben Sie vielleicht schon die ein oder andere Reise begonnen. Wie passend, dass der Gedenktag des Hlg. Christophorus (24. Juli) – in unmittelbarer zeitlicher Nähe zu einem weiteren „Reiseheiligen“, dem Hlg. Jakobus (25. Juli)- am Beginn der klassischen Urlaubszeit liegt. Die Legende, die sich um „Ophorus“, den vor Kräfte strotzenden, innerlich suchenden Mann, rankt, kennen viele. Und wissen auch, wie es geschah, dass aus „Ophorus“, der Träger, „Christ-Ophorus“, der Christus-Träger wurde. Christophorus ist einer der vierzehn Nothelfer und nicht nur in vielen Kirchen, sondern auch an Ortseingängen (wie in Tiefenstockheim) dargestellt. Die Christophorusdarstellung im Altarbereich der Schlüsselfelder Pfarrkirche ist aber eine ganz ungewöhnliche. Die Statue hat vertraute Elemente: der drahtige, muskulöse Körper mit einer gewissen „wilden“ Ausstrahlung, der Stock, der den Christophorus stützt beim Durchwaten der Furt und das Christuskind auf den Schultern, das ihn zu einem Christus-Träger macht. Was ist aber anders? Es ist der Blick des Christophorus, der nicht auf der Herausforderung liegt, die vor ihm ist. Das könnte die Strömung des Flusses sein, den er dabei ist zu überqueren, oder die Tiefe des Gewässers, die buchstäblich und im übertragenen Sinn einen hinunterziehen kann. Der Blick ist auch nicht auf ihn selber gerichtet, auf seine Kräfte und Möglichkeiten, aber auch auf seine Grenzen und Schwächen, die einen ja auch straucheln lassen könnten. Nein, der Blick des Christophorus ist auf den gerichtet, den er trägt, Christus. Eine Vergewisserung also, dass sich schwierige Schritte schon auch lohnen, für den, der ihm paradoxerweise die Schultern schwermacht, aber auch den Rücken stärkt. Einige schöne Aussagen, die diese Statue ausdrückt, die auch für mein Leben gelten können: 1. Was mir Mühe bereitet, kann mich auch stärken: nicht immer gleich und nicht immer so, wie ich es mir vorstelle. Aber manche Krisen wurden im Rückblick betrachtet auch zu echten Chancen. 2. In schwierigen Situationen ist es sicher gut auf das zu schauen, was mich erwartet und auf das, was in mir steckt. Aber mein Nacken kennt ja noch andere Bewegungsrichtungen: nach „links und rechts“ und damit auf Menschen, die mir zur Seite stehen und nach „oben“ und damit auf Gottes Beistand, seine Kraft und Zuwendung. Mit diesen Ermutigungen, die der Schlüsselfelder Christophorus verkörpert, wünsche ich Ihnen eine gute (Lebens-)Reise! Dr. Andrea M. Friedrich Eine schöne Abbildung des Blickes von Christophorus auf Jesus gibt es im neuen (2021) von Dr. Gerd Schaller herausgegebenen Kirchenführer der Pfarrkirche und Marienkapelle Schlüsselfeld (Schnell, Kunstführer Nr. 2934). Hier wird die Statue von Franz Bauer auf 1932 datiert.
Entdeckungstour -Schlüsselfeld

Auf Entdeckungstour…

in unserem Seelsorgebereich - St. Johannes, Schlüsselfeld

Mit dem Blick auf die Christophorus-Plakette in Ihrem Auto haben Sie vielleicht schon die ein oder andere Reise begonnen.

Wie passend, dass der Gedenktag des Hlg. Christophorus (24. Juli) – in unmittelbarer zeitlicher Nähe zu einem weiteren „Reiseheiligen“, dem Hlg. Jakobus (25. Juli)- am Beginn der klassischen Urlaubszeit liegt. Die Legende, die sich um „Ophorus“, den vor Kräfte strotzenden, innerlich suchenden Mann, rankt, kennen viele. Und wissen auch, wie es geschah, dass aus „Ophorus“, der Träger, „Christ-Ophorus“, der Christus-Träger wurde.

Christophorus ist einer der vierzehn Nothelfer und nicht nur in vielen Kirchen, sondern auch an Ortseingängen (wie in Tiefenstockheim) dargestellt.

Die Christophorusdarstellung im Altarbereich der Schlüsselfelder Pfarrkirche ist aber eine ganz ungewöhnliche. Die Statue hat vertraute Elemente: der drahtige, muskulöse Körper mit einer gewissen „wilden“ Ausstrahlung, der Stock, der den Christophorus stützt beim Durchwaten der Furt und das Christuskind auf den Schultern, das ihn zu einem Christus-Träger macht.

Was ist aber anders? Es ist der Blick des Christophorus, der nicht auf der Herausforderung liegt, die vor ihm ist. Das könnte die Strömung des Flusses sein, den er dabei ist zu überqueren, oder die Tiefe des Gewässers, die buchstäblich und im übertragenen Sinn einen hinunterziehen kann.

Der Blick ist auch nicht auf ihn selber gerichtet, auf seine Kräfte und Möglichkeiten, aber auch auf seine Grenzen und Schwächen, die einen ja auch straucheln lassen könnten.

Nein, der Blick des Christophorus ist auf den gerichtet, den er trägt, Christus. Eine Vergewisserung also, dass sich schwierige Schritte schon auch lohnen, für den, der ihm paradoxerweise die Schultern schwermacht, aber auch den Rücken stärkt.

Einige schöne Aussagen, die diese Statue ausdrückt, die auch für mein Leben gelten können:

1. Was mir Mühe bereitet, kann mich auch stärken: nicht immer gleich und nicht immer so, wie ich es mir vorstelle. Aber manche Krisen wurden im Rückblick betrachtet auch zu echten Chancen.

2. In schwierigen Situationen ist es sicher gut auf das zu schauen, was mich erwartet und auf das, was in mir steckt. Aber mein Nacken kennt ja noch andere Bewegungsrichtungen: nach „links und rechts“ und damit auf Menschen, die mir zur Seite stehen und nach „oben“ und damit auf Gottes Beistand, seine Kraft und Zuwendung.

Mit diesen Ermutigungen, die der Schlüsselfelder Christophorus verkörpert, wünsche ich Ihnen eine gute (Lebens-)Reise!

Dr. Andrea M. Friedrich

Eine schöne Abbildung des Blickes von Christophorus auf Jesus gibt es im neuen (2021) von Dr. Gerd Schaller herausgegebenen Kirchenführer der Pfarrkirche und Marienkapelle Schlüsselfeld (Schnell, Kunstführer Nr. 2934). Hier wird die Statue von Franz Bauer auf 1932 datiert.