Auf Entdeckungstour…in unserem Seelsorgebereich …in St. Jakobus Altmannshausen

Sie ist leicht als Pilgerin zu identifizieren, die junge Frau, die mit riesigem Rucksack und baumelnder Jakobsmuschel vor meinem Büro in Markt Bibart etwas suchend auf und ab geht. Und tatsächlich Markt Bibart war das erste Ziel ihrer Etappe, Tübingen sollte das letzte Ziel sein. Ich empfehle ihr die Jakobuskirche Altmannshausen, aber vier Kilometer extra waren ihr zu viel. So bekommt sie alternativ einen Stempel von Markt Bibart in ihr „Credencial del peregrino“, in ihren Pilgerpass.
Trotzdem: auf dem Steigerwälder Jakobsweg von Bamberg nach Uffenheim wird Altmannshausen als eine „abseitige“, aber lohnenswerte Station auf diesem Weg geschildert.
Kaum zu glauben, dass eine Kirche, die dem heiligen Jakobus geweiht wurde, in Altmannshausen schon 1420 urkundlich erwähnt ist. Ich sehe mir die Statue dort etwas genauer an.
Es fällt auf, dass Jakobus im Aufbruch ist. Der rechte Fuß setzt zum ersten Schritt an, der Mann ist in Bewegung. Ich überlege mir, wie wichtig „die ersten Schritte“ im Leben sind. Nicht nur biographisch, sondern immer dann, wenn etwas Neues beginnen kann oder muss. Den ersten Schritt auf jemanden zugehen, um den ich bislang lieber einen Bogen gemacht habe, den ersten Schritt bei der Planung einer neue Aufgaben, von der ich nicht genau weiß, wie sie werden wird und nicht zuletzt der erste Schritt, auf einer Pilgerreise, bei der das Ziel noch in ganz weiter Ferne ist.
Nur gut, dass der Altmannshäuser Jakobus einen Stock hat. Bei aller Beweglichkeit beim Unterwegssein, ist es immer auch gut zu wissen, was Halt und Stütze gibt. Bei aller Beweglichkeit im Denken, ist der äußere und innere Halt wichtig.
Und natürlich fällt auch der überdimensionierte Hut mit der angebrachten Jakobsmuschel auf, der Jakobus behüten soll, von äußeren Einflüssen, die das Unterwegssein erschweren.
Ich werde mir angewöhnen, wenn Jakobs-Pilgerinnen und Pilger meinen Weg oder meinen Blick aus dem Büro kreuzen, ihnen nicht nur das klassische „Buen Camino“, sondern auch einen Segenswunsch frei nach den Attributen des (Altmannshäuser) Jakobus mitzugeben: „Mögen deine Schritte in die richtige Richtung führen, mögest du beweglich bleiben, aber dir auch gewiss sein, wo und von wem du gehalten wirst, mögest du von Gott beschützt und gut behütet sein.“
Dr. Andrea M. Friedrich